Was ist die vitalstoffreiche Vollwertkost?

Die vitalstoffreiche Vollwertkost steht für Frische, Natürlichkeit, Lebendigkeit und einen hohen Gehalt an biologischen Wirkstoffen. Je frischer und weniger bearbeitet die Lebensmittel sind, desto mehr Vitalstoffe enthalten sie.
Ein Leitsatz von Ernährungsforscher Prof. Kollath (1892–1970) lautet: »Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich.« Nicht nur die Grundnährstoffe wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sind wichtig, sondern auch alle biologischen Wirkstoffe, die der Körper für Verdauung und Stoffwechsel benötigt. 

Vitalstoffe

Vitalstoffe umfassen wasserlösliche und fettlösliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, Enzyme oder Fermente, natürliche Fettsäuren, Duft- und Aromastoffe sowie Faserstoffe (auch Ballaststoffe genannt). Je erntefrischer und weniger bearbeitet ein Lebensmittel ist, desto mehr Vitalstoffe bleiben erhalten. 

Vollwertkost in Kürze 

Speisen, die täglich gegessen werden sollten: 

  1. Vollkornbrote, möglichst viele verschiedene Sorten
  2. täglich 3 Esslöffel Getreide in Form eines Frischkorngerichts (siehe Rezept)
  3. eine Frischkostbeilage, bestehend aus rohen Gemüsen und rohem Obst (z. B. als Salat)
  4. naturbelassene Fette, das heißt Butter, Sahne und unraffinierte, kaltgepresste Öle.


Die vier zu meidenden Speisen sind:

  1. Auszugsmehlprodukte
  2. alle Fabrikzuckerarten
  3. alle raffinierten Fette (Margarinen, gewöhnliche Öle)
  4. für Magen-, Darm-, Leber- und Gallenempfindliche: alle Säfte aus Obst und Gemüse, gleichgültig, ob selbst hergestellt oder gekauft, gekochtes Obst, Trockenfrüchte.

Größtmögliche Gesundheit

Jeder kann die Empfehlungen nach dem Grad seines Gesundheitswunsches streng oder nur teilweise einhalten, bedenken Sie dabei aber das Verträglichkeitsproblem.

Das Verträglichkeitsproblem nach Dr. Max Otto Bruker (1909-2001)

von Dr. Max Otto Bruker
Schon zu Beginn dieses Jahrhunderts hat der Schweizer Arzt Bircher-Benner auf die Frischkost als Heilkost hingewiesen. Es wunderte mich, dass diese souveräne Heilbehandlung nicht weltweit anerkannt wurde.

Bei der Suche nach Gründen stieß ich auf das Verträglichkeitsproblem:
Beim Übergang von Grau- und Weißbrot auf Vollkornbrote und Vollkornprodukte und bei der Verabreichung eines Zusatzes von Frischkost traten bei manchen Patienten Beschwerden auf in Form von Bauchschmerzen, Unpässlichkeit, Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen.

Bei gründlicher Beobachtung zeigte sich, dass es nicht die Vollkornprodukte und die Frischkost waren, die diese Beschwerden hervorriefen, sondern die Zusammensetzung der übrigen Nahrung. Im einzelnen zeigte sich, dass es in erster Linie mit Fabrikzucker gesüßte Speisen waren, die bei gleichzeitiger Verabreichung von Vollkornprodukten und Frischkost Beschwerden hervorriefen. Wie in einem Experiment ließ sich mit mathematischer Genauigkeit nachweisen, dass die Beschwerden jedes Mal auftraten, wenn irgendwelche Fabrikzuckerarten verabreicht wurden und dass sie ebenso prompt verschwanden, wenn der Zucker weggelassen wurde. Dieses Experiment ließ und lässt sich beliebig oft wiederholen. Damit war eine große entscheidende, grundsätzliche Entdeckung gemacht.

Bei weiteren detaillierten Forschungen zeigte sich, dass gekochtes Obst, Säfte, aber auch Trockenfrüchte und Honig beim Leber-, Galle-, Magen-, Darmempfindlichen ähnliche Wirkungen hervorrufen können wie der Fabrikzucker.

Die Verbreitung einer vitalstoffreichen Vollwertkost ist so lange behindert, als sich nicht die Erkenntnis verbreitet, dass vor allem der gleichzeitige Verzehr von Fabrikzuckerarten die Verträglichkeit dieser Kostform in Frage stellt. Dabei können auch kleinste Mengen beim Empfindlichen als „Störenfried“ wirken.

Mögliche Störenfriede:
Gewöhnlicher Haushaltszucker (Rohrzucker), Traubenzucker, Fruchtzucker, Milchzucker, Malzzucker, so genannter Vollrohrzucker, Ur-Süße, Ur-Zucker, Sucanat, Rapadura, Rübensirup, Ahornsirup, Apfeldicksaft, Birnendicksaft, Agavendicksaft, Melasse, Maltodextrin, Frutilose, Gerstenmalz u.a.m. Gekochtes und eingemachtes Obst, Säfte (gleichgültig ob gekauft oder selbst hergestellt), Trockenfrüchte, Honig, Bohnenkaffee, schwarzer Tee, grüner Tee, Getreidekaffee.."

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